Wer hätte gedacht, dass mitten in Deutschland, genauer gesagt im Harz, nun ein flächendeckendes Netz mit vielen Ladestationen für Elektroautos zukunftsweisend für die Elektromobilität der nächsten Jahre und Jahrzehnte sein soll? Exakt ausgedrückt sollen in der Region um Quedlinburg, Wernigerode und anderer Städte im Harz demnächst Maßnahmen zum Projekt „ Harz.EE-mobility“ umgesetzt werden.
Die Testphase des Projekts, bei dem sich 17 Partner aus Wissenschaft und Industrie beteiligen, soll bereits Ende dieses Jahres beginnen und Aufschluss darauf geben, wie wichtig ein dichtes Netz an Ladestationen für die Alltagstauglichkeit von Elektroautos sein wird. Denn in einem Punkt sind sich Experten und Hersteller sicher: Der Erfolg von Elektrofahrzeugen ist stark gekoppelt an der Infrastruktur von funktionierenden und großflächig verteilten Ladestationen. Immerhin wäre neben der Alltagstauglichkeit auch die Akzeptanz stark geprägt von solchen „E-Tankstellen“.
Das Projekt „Harz.EE-mobility“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert und erhält somit auch Fördermittel. Bis zum Jahr 2012 sollen insgesamt 25 Elektroautos im Harz auf Alltagstauglichkeit geprüft werden. Darüber hinaus sollen Erkenntnisse zum Fahrverhalten im Bezug auf Standorte von Ladestationen gewonnen werden.
Für das Projekt im Harz entwickeln die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg nun optimal platzierte Standorte für solche Ladestationen. Es sei den Entwicklern sehr wichtig, das Verhalten der Fahrzeugbenutzer zu analysieren und Standorte herauszufinden, wo die Elektroautos tagsüber stehen würden. Diese Standzeit möchte man möglichst dafür nutzen, sie während des Tagesablaufs aufzuladen, damit sie für den Pendlerverkehr zum Feierabend nutzbar wären. Standorte für Ladestationen wären dann vorwiegend Orte, an denen die Elektroautos längere Zeit stehen, beispielsweise an Parkhäusern oder Parkplätzen im der Nähe des eigenen Wohnsitzes oder des Arbeitgebers.
Die Forscher stellen sich dabei vor, dass es in Zukunft möglich sein wird, den Fahrer über aktuelle Ereignisse zu informieren und somit den Verkehrsfluss zu verändern. Wenn beispielsweise ein Stau droht, werden zunächst Fahrzeuge mit niedrigem Batteriezustand zur nächstgelegenen Tankstelle geleitet. Ebenso soll der Fahrer über das Navigationssystem darüber informiert werden, wo man beispielsweise günstig Strom an Ladestationen erhält oder wo man regenerativ erzeugten Strom beziehen kann. Die Forscher des IFF arbeiten sogar derzeit an einem Datenbanksystem, welches für solche Zwecke genutzt werden könnte.
Veröffentlicht am: Februar 10th, 2010- Einheitliche Ladestationen geplant
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